TROLLING IN SCHWEDEN

Trolling in Schweden ist genial!

Die schwedischen Gewässer sind wunderbar fischreich und sie sind in der Regel groß, deutlich größer als das, was wir von Deutschland aus gewohnt sind.

Ist man am See seiner Träume angekommen, steht man oft am Ufer, klappt die Kinnlade runter und ist erst einmal überwältigt von dem, was man da sieht. Die Größe und die Weite des Sees, die Wassermassen, das Wetter, manchmal sieht man nicht einmal das andere Ufer.

Man spürt, wie klein man dagegen ist und denkt, „Scheiße! Was, wie und wo fange ich hier nur an?“

Bei der Beantwortung dieser Fragen ist die Angel-Technik „Trolling“ der beste Helfer. Warum das so ist, möchten wir hier ausführlich beschreiben.

Was ist unsere Ausgangssituation?
  • Wir haben einen sehr großen See vor der Nase, den wir nicht kennen!
  • Vielleicht haben wir eine Tiefenkarte des Sees und oder ein paar vage Tipps aus den einschlägigen Foren des Internets oder der Fachpresse!
  • Vermutlich haben wir ein motorisiertes Boot!
  • Eine gute Angelausrüstung haben wir dabei!
  • Unser Zeitraum ist begrenzt!
Wie komme ich also zu meinem Zielfisch?

Innerhalb der schwedischen Gewässern gibt es große Bereiche, die recht fischarm sind und dem gegenüber Ecken, wo sich alle Fische tummeln. Diese Ecken gilt es zu finden.

Da unsere Angelzeit in Schweden begrenzt ist und wir in den meisten Fällen keinen „Plan“ von unserem Gewässer haben, ist es nicht effizient, erst einmal auf Verdacht mit der Spinnrute kilometerlange Schilf- oder Scharrkanten abzuklopfen oder sich tagelang mit ein paar Köderfischen auf die Lauer zu legen, um zum Erfolg zu kommen.

Wir wollen möglichst schnell einen Überbilck und ein Gefühl für unseren See bekommen! Das erreichen wir am besten mit dem Schleppenangeln, dem Trolling!

Das Grund-Prinzip des Trolling besteht darin, unserem Zielfisch diverse Köder an der Angel mit speziellen Hilfsmitteln (meistens) mittels einem fahrenden Boot anzubieten und zu fangen. Wir schleppen also unsere Köder hinter dem Boot her und sind so permanent auf dem See in Bewegung. Mit folgenden Ergebnis:

  1. Wir befahren dabei in kurzer Zeit große Teile des Gewässers! 
  2. Wie checken dabei mit dem Sonar was „unten“ los ist!
  3. Wir sehen was ringsherum los ist!
  4. Wir angeln dabei mit mehreren Ruten gleichzeitig!

Mit dem Trolling bekommen wir viel schneller einen Gesamtüberblick zu unserem Gewässer, als wenn wir irgendwo am Schilfgürtel hocken und die „Peitschen“ schwingen.

Wir holen uns auf diese effiziente Weise sehr schnell Informationen darüber, wo der Zielfisch steht (unsere Hotspots)  aber auch Informationen zu Bodenstrukturen, Tiefenbereiche, Scharkanten, Untiefen, interessanten Uferlinien, Luv- und Lee-Bereiche, idyllische Inseln für die Pause zwischendurch und und und…

Ein weiterer Vorteil beim Trolling ist, dass man mit mehreren Ruten, gleichzeitig in verschieden Tiefen und in einem breiten Arial checken kann, was gerade läuft oder auch nicht läuft.

Dank moderner Echolot-GPS-Technik sieht man, was sich unter Wasser abspielt. Man kann seine Hot-Spots digital markieren und immer wieder sehr gezielt anfahren. Wir sammeln dabei Log-Files zur Erstellung unserer eigenen Tiefenkarten (siehe Trolling-Echolot/GPS).

Einen schnellen Überblick zu bekommen, ist ein Kernaspekt des Trolling. Dies bezüglich sind alle anderen möglichen Methoden zu ortsgebunden, zeitaufwendig und zu fokussiert.

Was sonst noch geht

Was aber auf keinem Fall heißen soll, dass die anderen Angeltechniken nicht genauso erfolgreich sein können.

Denn, hat man seine Hot Spots erst einmal gefunden, macht es durchaus Sinn, die Spinn-, Vertikal- oder Drop-Shot-Rute in die Hand zu nehmen und so konzentriert an die Sache zu gehen. Erst dann hat man mit diesen Techniken richtig Spass, weil man weiß, dass man an der richtigen Stelle angelt.

Also erst trollen, dann spinnen!

Was uns genauso wichtig geworden ist, nebenbei kann man beim Trolling entspannt seinen Blick auf die grandiose Natur richten, die hiesige Flora und Fauna beobachten, sich in der Sonne aalen, mit seinem Kumpel etwas snacken und dabei Schwedens Flair und ein Pils einsaugen.

Basics

Beim Trolling besteht das Grund-Prinzip darin, einen oder mehrere Köder hinter einem fahrenden Boot, egal ob muskel- oder motorgetrieben, so zu führen, das unser Zielfisch den Köder annimmt, attakiert und sich hakt. Dabei versuchen wir mit dem Einsatz verschiedenster Köder, Hilfsmittel und Techniken die drei Wahrnehmungssinne des Fisches, Sehen, Riechen und Fühlen, so anzusprechen, das ein Biss-Reiz ausgelöst wird.

Den Sehsinn sprechen wir mit entsprechend gestalteten Ködern an. Die Farbe, das Reflexvermögen, die Form, die Größe und das Laufverhalten können hier Einfluss nehmen. Wobei der optische Reiz stark von der Trübung und der Wassertiefe, in der geschleppt wird, abhängig ist.

Den Riechsinn kann man durch den Einsatz von Flavour oder Naturködern ansprechen. Das funktioniert gut, wenn wir den Köder vor den Fisch führen oder eine Spur setzen können.

Den taktilen Sinn sprechen wir über Druckwellen an. Fische fühlen über das Seitenlinien-Organ. Sie können damit sehr gut über große Distanzen Druckwellen wahrnehmen und ihre Quelle orten. Druckwellen erzeugen wir über die Bewegung unseres Köders. Die Köder haben meist eine Eigenbewegung oder wir erzeugen Druckwellen über entsprechende Bewegungstechniken.

Optimal ist es, wenn wir unsere Köder so wählen und einsetzen, dass wir alle 3 Sinne ausreichend ansprechen. Das findet ihr unter Trolling-Schleppköder.

Auf den schwedischen Gewässern darf man fast immer mit 2 – 3 Ruten (steht auf der Fiskekort) pro Person gleichzeitig angeln. Da man beim Trolling optimal zu zweit auf dem Boot unterwegs ist, kann man also mit 4 – 6 Ruten gleichzeitig den Fischen nachstellen.

Allein zu trollen ist nur versierten Schlepp-Anglern zu zutrauen, da das gleichzeitige hantieren mit Boot, Motor, Echolot, GPS und Ruten sehr viel Erfahrung verlangt.

Das andere Extrem, also drei  und mehr Schlepp-Angler auf einem Boot verlangt wieder ein entsprechend großes Boot.

Was brauchen wir für das optimale Trolling auf einem schwedischen See?
  1. ein motorisiertes Boot
  2. ein Echolot und ein GPS-Gerät oder ein Echolot-GPS-Combi-Gerät
  3. Sideplaner und die entsprechenden Ruten-Combos
  4. Downrigger und die entsprechenden Ruten-Combos
  5. Köder
  6. Trollingzubehör
trolling in schweden

Trolling in Schweden, am Åsnen – Eckart macht Klarschiff. Wenn alles gut vorbereitet ist…

Trolling in Schweden

…kann man dann entspannt trollen! Downrigger und Sideplaner sind klar, der Biss kann kommen. Trolling in Schweden am Åsnen

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