SCHWEDEN – TIPPS

SCHWEDEN-TIPPS 
VORBEREITUNG

Welche Bedeutung eine gute Vorbereitung hat, bemerkt man spätestens dann, wenn vor Ort etwas Wichtiges fehlt, etwas Wichtiges kaputt geht oder etwa ein Notfall eintritt. Dann gehen der Stress und die Rennerei los. Wo bekomme ich Hilfe? Wo bekomme ich Ersatz her? Wie komme ich dahin? Wann machen die auf? Was kostet das? Und vieles mehr!

In Schweden bekommt man generell alles! Manchmal auch in relativ kurzer Zeit! Aber Schweden ist groß und nur im Süden und im Stockholm-Umkreis dicht besiedelt. Im Ländlichen sieht es umgekehrt aus, hier sind die Strukturen recht weitläufig. Besorgungen sind fast immer mit weiten Wegen, hohem Zeitinvest und schwedischen Preisen verbunden.

Wir wollen einen entspannten Urlaub und klären im Vorfeld folgende Bereiche ab:

  1. An- und Abreise
  2. Versorgung
  3. Kommunikation
  4. Angelausrüstung
  5. Sonstiges
AN- UND ABREISE

Der Transfer erfolgt in der Regel mit dem PKW via Autobahn und Fähre. Eine Autobahn-Maut gibt es bis dato weder in Deutschland noch in Schweden. Geht es über Dänemark, gilt es zu prüfen, wo evtl. eine Maut fällig ist.

Die Buchung von Fährtickets realisiert man am besten im Januar. Dann sind die aktuellen Fahrzeiten bekannt, es sind noch ausreichend Kabinen für die Nachtfähren buchbar und es gibt bei einigen Lines Sonderangebote mit bis zu 50% Rabatt auf das Ticket. Diesbezüglich ist es von Vorteil, sich bei den bevorzugten Fährlinien im Newsletter anzumelden, um rechtzeitig die entsprechenden Infos zu bekommen, da diese Tickets kontingentiert sind und das Buchungs-Zeitfenster schmal ist.

Wir kalkulieren unsere Fahrzeiten zu den Fähren großzügig. Sollte es trotzdem mal passieren, dass einem das Teil vor der Nase abfährt, ist es meist kein Problem mit der nächsten zu fahren. Die Tickets verfallen nicht, man muss aber mit einer Umbuchungsgebühr rechnen.

Übermäßiger Alkohol-Konsum auf der Fähre, egal ob auf der Hin- oder Rückfahrt, ist generell zu unterlassen. In Schweden gilt die 0,2 Promille Grenze. Schweden testet seit 2014 automatische Alkohol-Schranken auf ausgewählten Straßen und Fährhäfen, wo der Fahrer z.B. bei Verlassen der Fähre über einem Atemtestgerät auf Alkohol geprüft wird. Mobile Einsatzkräfte auf schwedischer und deutscher Seite sind fast immer im Dienst. Also „don’t drink and drive“.

In Schweden gibt es empfindliche Strafen für Temposünder, also haltet Euch an die „hastighetsgräns“. Zur Beruhigung, die Blitzer sind oft gut ausgeschilderte und die „Blitzer.de-App“ funktioniert auch in Schweden.

Tanken ist in Schweden kein Problem. Das Tankstellennetz ist sehr gut ausgebaut und im Ländlichen automatisiert. Hier braucht es auf jeden Fall eine Kreditkarte, des Öfteren geht auch die EC-Karte.

Wenn Ihr Euer Auto für längere Zeit abstellt (z.B. Fähre), zieht die elektrische Kühlbox aus der Autosteckdose. Ansonsten braucht ihr später ein Starthilfekabel oder hilfsbereite Mitmenschen :-).

Wir nehmen immer für jedes Fahrzeug und Hänger ein vollwertiges Ersatzrad mit, nebst passendem und funktionierendem Radschlüssel und Wagenheber.

Prüft bitte vor Reisebeginn, welche Versicherungen ihr zusätzlich abschließen solltet.

VERSORGUNG

Die Versorgunglage mit Lebensmitteln ist in Schweden vergleichbar mit der in Deutschland. Es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten bei bekannten Marken wie ICA, WiLLY:S, Coop und  auch bei aus Deutschland bekannten Mitbewerbern wie Lidl. Es gibt dort alles (außer hochprozentigen Alkohol) in gewohnter guter Auswahl, Frische und Qualität. Man muss sich nur vorher schlau machen, wie weit man dafür fahren muss und will. Hinzu kommt, dass die Mehrwertsteuer in Schweden 25%, ermäßigt 12% und 6% beträgt. Es ist also ein bisschen teurer als gewohnt, aber dafür haben die Geschäfte jeden Tag geöffnet.

Wir wägen im Vorfeld genau ab, ob wir einkaufen gehen wollen oder müssen. Dementsprechend sieht auch unsere Einkaufsliste in Deutschland aus. Fleisch, Grillzeugs und Brot bringen wir tiefgefroren von zu Hause mit, da wir sowieso eine Kühlbox mitnehmen. Der Rest hängt von den gegebenen Bedingungen ab.

Alkohol gibt es im klassischen Lebensmitteleinzelhandel nur bis zu einer Stärke von 3,5% Vol. hauptsächlich in Form von Bier. Höher prozentigen Alkohol kann man für viel Geld von Mo-Fr/Sa 10.00-18.00/12.00 Uhr im Systembolaget einkaufen.

Oder man bringt sich seinen Alkohol aus Deutschland selber mit. Dabei gilt folgendes (ohne Gewähr):

  • alkoholische Getränke müssen selbst eingekauft worden sein (Quittung, Rechnung mitführen)
  • Der Alkohol wird selbst transportiert
  • Dieser Alkohol muss für den persönlichen Gebrauch bestimmt sein. Eine diesbezügliche eindeutige Mengenbegrenzung existiert nicht, aber es gibt eine Richtlinie:
    • Spirituosen über 22% Vol.Alcohol bis zu 10 Liter
    • Starkwein/Dessertwein zwischen 15% und 22% Vol.Alcohol bis zu 20 Liter
    • Wein zwischen 3,5% und 15%  Vol.Alcohol bis zu 90 Liter
    • Bier zwischen 3,5% und 15% Vol.Alcohol bis zu 110 Liter
KOMMUNIKATION

Die Netzabdeckung ist in Schweden überwiegend gut bis sehr gut. Da die Roaming-Gebühren inzwischen europaweit gedeckelt sind und bei normaler  Nutzung im akzeptablen Bereich liegen, buchen wir nur noch zum Surfen  eine passende Flatrate über unseren heimischen Provider.

Es ist überlegenswert, welches Handy man auf dem Wasser benutzt. Muss es das nagelneue teure Gerät sein oder macht es auch ein älteres Modell? Damit man kein Pippi in die Augen bekommt, wenn das Teil im „Bach“ verschwindet. Das kann schnell passieren.

Da wir meistens mit mehr als einem Auto unterwegs sind, haben sich Walkie Talkies zur günstigen und schnellen Verständigung von „Car to Car“ während der Fahrt bestens bewährt. Außerdem nutzen wir die Geräte auch für die Kommunikation „Boat to Boat“ und „Boot to House“.

Zu beachten sind hier die Leistungsparameter. Wir kennen keine PMR-Handfunkgeräte mit 500mW Sendeleistung, die weiter als 1000m eine Verbindung zu Stande bringen. Solche Teile werden meist mit einer Reichweite von bis zu 8km angepriesen, was absolut unrealistisch ist. Wenn sie 800m schaffen, sind sie schon sehr gut. Wir haben solcher Geräte wegen schon viel Geld versenkt. Nach unseren Erfahrung braucht man auf dem Wasser Geräte mit mindestens 5W Sendeleistung. Und wenn es möglich ist, wasserdicht, schwimmfähig und mit Lipo-Akkus ausgestattet.

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SONSTIGES

Auf Grund unserer Erfahrungen im Jahr 2005 empfehlen wir, vor der Abreise auf eine Abnahme des Hauses durch den Vermieter zu bestehen, um Nachforderungen wegen angeblich mangelhafter Endreinigung auszuschließen.

Wenn man mit den Booten raus fährt und eventuell erst nach Einbruch der Dunkelheit zurückkommt, empfiehlt es sich, vorher die Landungsstelle des „Heimathafens“ mit Lichtern zu markieren, zum Beispiel mit blinkenden LED-Fahrradrückleuchten. Die kosten nicht viel und halten lange durch. In der Nacht kann es sehr schwierig werden den „Heimathafen“ zu finden, wir können davon berichten…

Da in Schweden im Vergleich zu Deutschland die Seen doch etwas größer, die Regionen weitläufiger und dünner besiedelt sind und die nächste Ortschaft  weit entfernt sein kann, klärt im Vorfeld ab, wo man im Notfall Hilfe, einen Arzt, das nächste Krankenhaus, einen Supermarkt oder die, wenn es sein muss, Polizei findet. Speichert das nächst liegende Krankenhaus im Navi ab.

Schwedisches Wetter ist oft unberechenbar. Starker Wind und bis zu 1m hohe Wellen, plötzlicher Nebel, heftiger Regen, aber auch wunderbares warmes Wetter mit Sonnenbrand-Garantie, das haben wir alles schon innerhalb nur einer Woche erlebt. Kenner der Materie werden hier bejahend nicken. Also plant, der Gesundheit zu Liebe, alle Eventualitäten ein.

Benutzt immer Sonnenschutzcreme, wenn die Sonne scheint.

Über aktuelle Reise-und Sicherheitsbestimmungen kann man sich beim Auswärtigen Amt informieren.

Bezahlt man mit Karte, ist generell die EC-Karte vorzuziehen, da hier keine Gebühren anfallen.

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