TROLLING – SIDEPLANER

Das  Trolling mit dem Sideplaner ist vergleichbar mit dem Drachensteigen, aber im Wasser.

Wie geht das?

Beim Drachensteigen führen wir den Drachen an einer Schnur. Die Luftströmung erzeugt an der Vorderseite einen Überdruck und an der Rückseite einen Unterdruck. Durch  den Druckunterschied, der Leinenführung und den entsprechenden Anstellwinkel des Drachens wird er in die Höhe gezogen.

Die Sideplaner arbeiten genauso. Sie werden in einem definierten Abstand vom Köder an der Angelschnur mittels Release-Clip und Karabiner montiert. Die Strömung des Wassers am Sideplaner erzeugt die  Druckunterschiede und zieht so den Planer seitlich vom Boot weg. Der Köder kann nun kontrolliert entfernt von der Scheuchwirkung des Bootes geführt werden.

Sideplaner bestehen i.d.R. aus Kunststoff. Manchmal auch in Kombination mit Alu- oder VA-Blech, in Form eines Rechtecks von 20-40cm Länge, 10-15cm Breite und 1-2cm Dicke. Die Bretter sind entweder hohl oder aus Vollmaterial verschiedenster Art gefertigt. Es gibt da eine Menge Varianten auf dem Markt. Da wir auf Zander spezialisiert sind und ausschließlich auf Binnenseen trollen, reichen uns leichte Modelle aus. Wir nutzen zu einem den Side-Liner von Bigjon und ein Eigenbau-Modell, ähnlich dem Yellow Bird.

SIDEPLANER

Side-Liner von Big Jon sind sehr praktisch, da man sie jeweils auf Rechts- oder Linkslauf einstellen kann…

SIDEPLANER

…und sie sind „laut“, da sie kleine Kugeln im Inneren haben, die für den Gewichtsausgleich sorgen und nebenbei „Krach“ machen. Bis jetzt hat es die Fische nicht gestört.

Was brauchen wir für das optimale Sideplaner-System und wie bauen wir es auf?
  1. Rute
    • Downrigger- oder Planer-Ruten in einer Länge von 2,40m – 3,15m aus Fiberglass, Wurfgewicht  bis ca. 25lbs.
  2. Rolle
    • Multirollen mit Zählwerk, optimal ist die SHIMANO TEKOTA 500LC.
  3. Schnur
    • Ca. 300m-400m 0,18 – 0,20 Multifile in auffälliger Farbe (rot ist optimal, sieht der Angler gut über und der Fisch schlecht unter Wasser).
    • Man kann auch 0,40mm Monofil benutzen, z.B. Quantum Salsa Trolling, aber nach unserer Ansicht ist da zu viel Dehnung draußen und die Bruchgefahr höher.
    • Man sollte seine Rolle wirklich voll bespulen, denn hat man mal einen Hänger, kann es dauern bis alle Ruten eingeholt sind und dann sind schnell mal 200m und mehr draußen.
    • Man kann auch 200m Multifile und den Rest mit monofiler Schnur als Backing aufspulen.
  4. Vorfach-Material
    • Das Vorfach bauen wir wie folgt:  Cross-Look, dann nehmen wir ca. 1,5m 0,40mm Fluorocarbon und montieren das mit einem Kettewirbel oder Mehrfachwirbel an die Hauptschnur. Auf der Hauptschnur setzt man große Gummiperle als Puffer und letztlich eine große Stopperperle.
    • Man kann auch Stahl einsetzen, keine Längen, maximal 60cm reichen. Das würde ich dann als letztes am Fluoro montieren, denn wir brauchen in ca. 1,5m Entfernung vom Köder die Stopperperle.
    • Die Stopperperle soll, wie ihr Name es schon sagt, den Sideplaner stoppen, falls er beim Biss oder aus anderen Gründen ausgelöst wurde. Dann rutscht der Sideplaner mit seinem Karabiner auf der Hauptschnurr bis zur Stopperperle, hält dort und kann demontiert werden. So kann sich der Fisch nicht am Planer verletzten oder aushebeln.
    • Man kann auch ein langes Vorfach von 4-5m aus Fluoro mittels Bobbin an einer multifilen Hauptschnurr montieren. Dann fungiert ein Stonfo-Weight-Stopper als Bremse für den Sideplaner.

Wer sich im Sideplaner-Trolling ausprobieren möchte, kann bei uns entsprechendes Equip­ment kostengünstig mieten – guckst du bei Verleih.

Wie gehen wir vor?
  1. Wir befinden uns im Schleppgebiet und das Boot ist in Fahrt, in etwa 1,5-2 kn Geschwindigkeit sind optimal dafür.
  2. Wir bringen den Köder ca. 5-40m aus. Das ist dann später der Abstand, den der Köder hinter dem Sideplaner einnimmt. Der Abstand ist abhängig vom Ort wo wir schleppen, dem Zielfisch und dem Wobblertyp.
    SIDEPLANER

    Ausbringen des Köders

    1. Ort – Schleppen wir im Freiwasser, geht’s i.d.R. auf pelagisch lebende Groß-Raubfische. Da kann der Köder weit draußen laufen, ca.3-5m tief. Aber weiter als 50m sollte man den Köder nicht auslassen, da sonst ein gegenteiliger Effekt eintritt. Der Wasserdruck auf die Schnur steigt mit der Länge derselben und wird irgendwann die Schnur samt Köder wieder nach oben drücken. Schleppen wir z.B. an der Schilfkante, ist es sinnvoll den Köder kurz hinter dem Sideplaner laufen zu lassen, z.B. für einen Flachläufer von 1-2m Tiefgang reichen 2-5m – das muss für den jeweiligen Wobbler austesten.
    2. Zielfisch – geht es auf Zander, nutzen wir so genannte Tiefläufer, mit denen geht es runter bis auf 5m, dafür braucht man Schnurlänge. Geht es auf Hecht, Barsch oder Salmoniden arbeiten wir Mittelwasser zwischen 3-5m, da braucht es weniger. Generell muss man die Längen entsprechend der Wobbler austesten.
    3. Wobblertyp
      • Flachläufer arbeiten zwischen 1-2m Tiefe. Diese kann man kurz laufen lassen, zwischen 2 – 15m ist ein sinnvoller Bereich.
      • Tiefläufer können auf 5-9m runtergehen, dafür benötigen wir Länge, bis 50m halten wir für machbar. Extrem tief laufende Wobbler halten wir für sinnlos, da man es schwer überprüfen kann, wie tief die Teile wirklich laufen. Wollen wir tief runter und Kontrolle über die Lauftiefe der Köder haben, nehmen wir Downrigger. Etwas Besseres gibt es dafür nicht.
  3. Haben wir unsere gewünschte Schlepplänge des Köders erreicht, montieren wir den Sideplaner mittels Release-Clip und Karabiner auf der Schnur und bringen den Sideplaner mit einen leichten Unterhand- oder Überkopfwurf ins Wasser. Wenn der Sideplaner seine richtige Position ein genommen hat, können wir jetzt mittels „Schnur geben“ den seitlichen Abstand zum Boot festlegen.

    SIDEPLANER

    Sideplaner montieren, raus lassen und die Bremse einstellen

  4. Haben wir unseren Abstand erreicht, stecken wir die Rute in einen Rutenhalter und stellen die Bremse so ein, dass die eingeschaltete Knarre auf geringsten Zug anschlägt und die Rolle Schnur freigibt.
  5. Einen Biss erkennen wir, wenn die Knarre der Multirolle einen deutlichen Ton von sich gibt oder wenn der Sideplaner Richtung Schraubenwasser tendiert oder wenn der Release-Clip des Planers ausgelöst hat und der Planer nicht mehr zu sehen ist. Auch dann drückt es die Montage Richtung Schraubenwasser.
  6. Hat es gebissen, können wir zur Sicherheit nochmal einen Hieb setzen und den Fang einholen. Dies machen wir optimaler Weise bei kleinster Fahrt, so dass immer etwas Druck auf den anderen Ruten steht und man keine Schnur-Tüdelei riskiert. Den Fang „pumpen“ wir heran, wir entfernen nun den Planer und versorgen den Fang. Das war’s…

    SIDEPLANER

    Biss realisieren, eventuell Hieb setzen, Fang versorgen

Hier unser Liste Material Sideplaner-Trolling.

SIDEPLANER

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